
Im Januar 2025 nahm Google Änderungen an den Mechanismen zur Verarbeitung automatisierter Interaktionen vor. Im SEO-Kontext betraf dies die Art und Weise, wie SEO-Tools die Google-SERP überwachen können.
Eine naheliegende Frage stellt sich – was geschieht nun mit SEO-Analysedaten wie den Rankings in der SERP? Werden die Daten ungenau? Werden SEO-Tools teurer? Wie sollte nun die Wettbewerbsanalyse durchgeführt werden?
Schauen wir uns das genauer an.
In diesem Artikel:
Hat Google den Zugriff für SEO-Tools vollständig blockiert?
Wurden alle Tools gleichermaßen betroffen?
Was sagen die Vertreter von SEO-Tools dazu?
Wer behauptet, Google habe sein Ziel erreicht und werde keine weiteren Maßnahmen ergreifen?
Hat Google den Zugriff für SEO-Tools vollständig blockiert?
Nein. Es hat den Zugriff durch den Einsatz von JavaScript erschwert.
Warum hat Google das getan?
1. AI Overviews.
Die Generierung von AI Overviews kostet Google erheblich mehr als reguläre Snippets.
Die Überwachung von AI Overviews mit SEO-Tools ist sowohl für SEO-Monitoring-Tools als auch für Google selbst komplexer und ressourcenintensiver.
2. Ressourcen.
Früher erforderte die Entwicklung von Tools zur Überwachung/Scraping von Google erhebliche Ressourcen und tiefgehende technische Expertise. Heute ist es mit Hilfe von KI vergleichsweise schnell und einfach geworden, solche Tools zu entwickeln.
Es liegt nahe, dass die Anzahl der Scraper, die Google „angreifen“, in letzter Zeit exponentiell gestiegen ist – und weiterhin rapide zunehmen würde.
Google musste handeln.
Wurden alle Tools gleichermaßen betroffen?
Es scheint nicht so, da die technischen Lösungen der Anbieter unterschiedlich sind.
Was sagen die Anbieter von SEO-Tools dazu?
Einige geben zu, auf Schwierigkeiten gestoßen zu sein. Andere behaupten, sie hätten die notwendigen Anpassungen vorgenommen und alles funktioniere wieder wie zuvor. Einige schweigen, in der Hoffnung, dass die SEO-Community dies als Zeichen dafür wertet, dass ihr Tool keine Probleme hatte.
Sollte man ihnen vertrauen?
Daten wie Keyword-Rankings sind von Natur aus mit einer gewissen Verzögerung verbunden. Daher wird es einige Zeit dauern, bis sich die Auswirkungen von Googles Blockade vollständig bewerten lassen. Zudem besteht die Möglichkeit, dass Anbieter mit Problemen alte Daten als aktuelle ausgeben.
Wenn sich beispielsweise die Ranking-Daten in Ahrefs, SEMrush und SE Ranking stark voneinander unterscheiden, könnte das ein Hinweis darauf sein, dass einige dieser Tools Schwierigkeiten haben. Ich erwarte, dass sich bis Ende Februar zeigt, was derzeit noch verborgen bleibt.
Werden SEO-Tools teurer?
Die Überwachung der SERP mittels JavaScript erfordert mehr Ressourcen als ohne. Dadurch steigen die Kosten für SEO-Tools – zumindest für diejenigen, die zuvor ohne JavaScript gearbeitet haben.
Die Preise einiger SEO-Tools könnten steigen. Möglicherweise schon im Frühjahr 2025.
Wer behauptet, Google habe sein Ziel erreicht und werde keine weiteren Maßnahmen ergreifen?
Einige Anbieter behaupten, sie hätten sich bereits an die Änderungen angepasst und alles funktioniere wieder. Selbst wenn das stimmt, könnte es nur vorübergehend sein. Google könnte die Wirksamkeit seiner Blockaden bewerten. Sollten die Ergebnisse unzureichend sein, könnten weitere Maßnahmen folgen.
Was sollte man tun?
Bei der Analyse der eigenen Website-Rankings sollte man sich stärker auf die Google Search Console verlassen.
Eine präzise Wettbewerbsanalyse könnte schwieriger werden als zuvor. Man sollte sicherstellen, dass das genutzte Tool für die Überwachung von Rankings und relevanten Kennzahlen korrekte Daten liefert. Etwas manuelle Arbeit schadet dabei nicht.
Was wird nun mit SEO-Tools passieren?
Da zum Zeitpunkt des Schreibens nicht genau bekannt ist, wie stark jedes SEO-Tool betroffen ist, bleibt nur Spekulation.
Aber nehmen wir an, Google hat sich das Ziel gesetzt, den Zugriff für alle SEO-Tools vollständig zu blockieren – und hat Erfolg. Was würde in diesem Fall passieren?
Ahrefs
Falls Google alle SEO-Tools blockiert, hat Ahrefs eine ausgezeichnete Backup-Lösung, die den Wettbewerbern fehlt. Für diejenigen, die es nicht wissen: Vor einigen Jahren startete Ahrefs seine eigene Suchmaschine – Yep. Diese könnte als Emulator für Suchanfragen genutzt werden und wäre potenziell skalierbar für die Optimierung in anderen Suchmaschinen.
SEMrush
SEMrush hat in letzter Zeit stark auf Akquisitionen gesetzt, um seine Ziele zu erreichen. Falls der Zugang zu Google vollständig blockiert wird, könnte eine ähnliche Strategie verfolgt werden. In Anbetracht aktueller Trends wäre ein naheliegender Übernahmekandidat NP Digital – Greenland. Selbst wenn dies das Problem mit den Daten von Google nicht löst.
Similarweb
Similarweb hat es stets geschafft, einzigartige Daten zu beschaffen und dabei seine Quellen geheim zu halten. Vielleicht finden sie auch diesmal einen Weg, Googles Blockade zu umgehen.
SE Ranking
Dieses Tool ist ukrainisch. Es wird überleben, egal was passiert.
Moz
2018 machte Rand Fishkin folgende Aussage zu seinem Abschied von Moz:
"Auf einer Skala von 0 bis 10, wobei 0 bedeutet, dass ich gefeuert wurde und von der Security aus dem Gebäude eskortiert wurde, und 10 bedeutet, dass ich völlig freiwillig und im besten Einvernehmen gegangen bin – liegt mein Abschied bei etwa einer 4."
Er verließ Moz, um SparkToro zu gründen – ein Unternehmen, das sich auf Influencer- und Audience-Intelligence konzentriert und nichts mit SERP-Rankings zu tun hat.
Nur mal so. :)
Fazit
Googles Blockade von SEO-Tools könnte zu Problemen mit der Genauigkeit von SEO-Analysedaten führen. Besonders in der Wettbewerbsanalyse.
Eine detailliertere Diskussion der Konsequenzen wird später möglich sein. Voraussichtlich ab Ende Februar.
Bis mehr Klarheit herrscht, wäre es eine gute Praxis, Daten aus mehreren SEO-Tools zu vergleichen.